© Lammers-Koll-Verlag 2010 - 2011 Yoga Heinz Grill Die Vergeistigung des Leibes Heinz Grill Yoga und Christentum Heinz Grill  Harmonie im Atmen Vertiefung des Yoga- Übungsweges Heinz Grill Die Seelendimension des Yoga Praktische Grundlagen zu einem spirituellen Übungsweg Heinz Grill  Die Orientierung und Zielsetzung des “Yoga aus der Reinheit der Seele” Heinz Grill, Bernhard Spirkl  Der Yoga und das Reich der Verstorbenen - Das Werden eines Neuen Yogawillens Yoga In der Rubrik „Yoga" werden Werke vorgestellt, die einerseits die philosophische und spirituelle Seite des Yoga  beleuchten, und auf der anderen Seite auch die praktischen Körperübungen des Yoga, die in ihrer physischen  Ausführung, in ihrem seelisch-geistigen Sinngehalt und in ihrer konkreten Bedeutung für das alltägliche Leben  dargestellt werden.  Ein besonderes Merkmal der hier vorgestellten Yogaübungen ist, dass sie eine faszinierende Ästhetik ausdrücken.  Diese ist sicherlich oft die Motivation für die Praxis von Yogaübungen, denn man kann tatsächlich anhand der Übungen  lernen, auch im Leben Ästhetik zu entfalten. Ästhetik entsteht, wenn der Praktizierende mit der Übung einen Inhalt,  einen tieferen Seeleninhalt, ausdrückt: „Damit es einen seelischen oder spirituellen Inhalt gibt, bedarf es eines  konkreten Gedankens, der in eine nachvollziehbare und logische und auch wahre Beziehungsrichtung geführt wird.  Diese Beziehungsrichtung, die mit dem Gedanken eingeschlagen wird, führt ein geeignetes Gefühl oder eine  Stimmung herbei, die schließlich durch das Bewusstsein erfasst und erlebt werden kann."   (Die Seelendimension des Yoga, Heinz Grill, S. 10.) Nehmen wir ein kurzes Beispiel für einen Inhalt, der sowohl im geistigen, wie auch praktischen, im Alltag anwendbaren  Sinne erfahrbar ist. Ein Auszug aus der Beschreibung des „Baumes" lautet: „Zugleich (neben anderen Lerninhalten)  erlebt der Übende den seelischen Bedeutungssinn einer ersten einfachen Konzentration. Die Sinne streifen im  gewöhnlichen Alltagsbewusstsein unkontrolliert, springend, wie verloren an den Objekten der Außenwelt vorbei. Durch  diesen oberflächlichen Alltagszustand der Aufmerksamkeit erlebt man  nicht mehr den Wert der selbstständigen Beziehungsaufnahme zur  Welt. Dieser allgemeine Zustand des Offenseins wird durch die  ausgebreiteten Arme in der Vorphase der Übung dargestellt.  Schließlich aber formt sich das Bewusstsein zentrierter, der  Körper hält das Gleichgewicht und die Arme falten sich als Geste  der Sammlung und Bewusstheit zur Mitte und bilden ein eigenes  Zentrum, ein Ich" (ebd. S. 122).   Eine kleine Anregung: Die Übung ist ganz leicht  nachzumachen. Das Bein muss nicht unbedingt in die  Leistenbeuge gelegt werden. Sie können den Fuß auch ganz  einfach auf den Oberschenkel, das Knie oder das  Sprunggelenk des anderen Beines ablegen.  Der Praktizierende beobachtet so einerseits auf ganz  natürliche Weise den Zustand des Offenseins der Sinne für die  Außenwelt, der bis zu einem Sich-Verlieren gehen kann und  andererseits den Zustand der Sammlung im Zentrum der  eigenen Persönlichkeit. Von dieser elementaren Erfahrung aus  kann er dann weiterforschen, im Leben und anhand anderer  Yogaübungen, wie man z.B. die Sinne in einer soliden Weise  führt, und wie die konzentrierte Beziehungsaufnahme zu den  Objekten möglich ist. Ein Inhalt wird gedacht, in Erfahrung gebracht und mit dem  Körper ausgedrückt. Dadurch entsteht Ästhetik, eine  Übereinstimmung vom Gedanken mit dem Gefühl und dem Körper.  Dieses Prinzip kann in der Folge auch im alltäglichen Leben  angewendet werden.   Was ist Yoga? Ist es eine Entspannungstechnik oder eine mystische Versenkungsmethode? Gibt es lernbare Schritte zur Erlangung von Entspannung? Was hat Yoga mit „Selbstverwirklichung" zu tun? Kann man mit Yoga das eigene Potential entwickeln? mehr... Der Baum - tadasana