© Lammers-Koll-Verlag 2010 - 2011 Meditation und  Seelenübungen Meditation und Seelenübungen In der heuten Zeit versteht man unter Meditation oftmals das Erreichen eines Gedankenstillstandes, zum Beispiel durch ein konzentriertes Wahrnehmen einer Kerze oder des eigenen Atems. Im Neuen Yogawillen wird nun keine Gedankenleere angestrebt, sondern der Meditierende wählt einen seelisch-geistigen Inhalt, einen sog. imaginativen Gedanken seiner Wahl und pflegt diesen Inhalt ein- bis zweimal täglich, um langsam die Gesetzmäßigkeiten der jenseitigen Welt verstehen zu lernen. So schreibt Rudolf Steiner „Wenn der Mensch einmal beginnt, Meditationen zu machen, so vollzieht er damit die einzige wirklich völlig freie Handlung in diesem menschlichen Leben“, (GA 214, Seite 126). Wie dies praktisch aussehen kann, finden Sie in der angeführten Literatur. Die Meditation wurde in geistigen Schulen immer so verstanden, dass sie nicht für das eigene Wohlergehen praktiziert wird, sondern als Gabe für die geistige Welt, bzw. für die Verstorbenen. So schreibt Heinz Grill: „Wenn wir nun meditieren, dann müssen wir von dieser Grundlage ausgehen, dass wir dasjenige Gut bereichern, das im Kosmos, im Geiste seine Wurzeln schlagen kann und dass wir nicht die irdische Welt als den wesentlichsten Zielpunkt wählen. Die Meditation ist deshalb tatsächlich als Erstes als eine Disziplin und Gabe zu werten, die sich in die geistige Welt hineinschreibt. Wie die geistige Welt wieder zurückstrahlt auf den Menschen, das braucht uns nicht willentlich bewegen, denn das erledigen die geistigen Hierarchien. (Heinz Grill „Die Meditation – ein überirdischer Funke des Denkens“). Die Seelenübungen hingegen sind Übungen, die eine förderliche Grundlage für die Meditation bereiten. Normalerweise sind unsere Seelenkräfte, das Denken, das Fühlen und der Wille ineinander verwoben. Aus dieser Verwobenheit entstehen unsere Sehnsüchte und Wünsche für das persönliche Leben, unsere Gesundheit etc. Die Seelenübungen dienen nun dazu, das Denken, Fühlen und den Willen in eine Differenzierung voneinander, d.h. in eine Art Reinigung, zu bringen. Das Denken sollte lichter und klarer, das Fühlen inniglicher und der Wille reiner werden. So dienen die Seelenübungen einerseits als Basisgrundlage für die Meditation andererseits führen sie auch zu einem inniglicheren Empfindungsleben und erweitern die Beziehungsfähigkeit im Miteinander oder zur Natur. So erhält gerade durch die Seelenübungen das oftmals leere, öde, verarmte oder ängstliche Innenleben eine seelische Bereicherung. Heinz Grill hat hierfür sechs Seelenübungen entwickelt. Es sind dies „Die Weisheitskräfte im Leben“, „Die Konzentration“, „Das rechte Urteil“, „Die Hingabebereitschaft mit dem Körper, „Das richtige Lesen“ und „Die natürliche Art des Denkens“. Im Neuen Yogawillen spricht man von einer Seelen- oder Bewusstseinsübung, wenn der Übende seine Aufmerksamkeit auf Blumen, Pflanzen, Personen, Bilder, Texte etc. richtet. Von Meditation hingegen spricht man, wenn der Übende Bilder oder hohe Inspirationen von eingeweihten Lehrern als Betrachtungsobjekt wählt. Heinz Grill, Die Meditation - ein überirdischer Funke des Denkens Heinz Grill Yoga und Christentum Heinz Grill Die geistige Bedeutung des Zitrusbaumes Heinz Grill  Übungen zur Erkenntnisbildung der höheren Welten (Band II) Heinz Grill  Gemeinschaftsbildung und Kosmos (Band VI) Heinz Grill  Seelenübungen Die Möglichkeiten der spirituellen Erfahrung durch Meditation und des Aufbaues der Bewusstseinskräfte scheinen zu bestehen; immer wieder begegnet man diesen Bezeichnungen auch im Alltagsleben. Aber: Was ist eigentlich Meditation? Und: Kann man die Wirksamkeit des Bewusstseins, d.h. des Denkens, Fühlens und Wollens durch Seelenübungen tatsächlich nachhaltig erhöhen?